Zum Werk
Was als ursprüngliche Volkskunst in dem verschlafenen Dörfchen Hlebine begann, ist bald zur einträglichen Handelsware geworden: die Naive Malerei Jugoslawiens. Alles fing damit an, dass ein akademischer Maler in dem kroatischen Dorf unweit der jugoslawischen Grenze den Bauernjungen Ivan Generaliç traf. Jenen Ivan Generaliç, der zuerst nebenbei, später immer mehr und schließlich nur noch malte. So lange, bis man Hlebine zu einer Art Wallfahrtsort erklärte und Ivan zum König der Naiven. Heute hängt sein Werk - Öl auf Glas und bis zu 100.000 Euro teuer - in den feinsten Galerien der Welt. Ivan Generaliç gehört neben Mirko Virius und Franjo Mraz zu den begabtesten Künstlern der “Hlebiner Schule”, die seit ihrem Gründungsjahr 1929 versucht, die Kunst dem Volke wieder näherzubringen. Begannen diese Künstler noch mit sozialkritischen Bildinhalten, so beherrschte bald schlichter Bauernalltag die junge Kunst: Die Arbeit auf dem Feld, die fröhliche Feste im Dorf - alles wurde bildhübsch gemalt und fortan auch staatlich gefördert. Der Sohn von Ivan Generaliç versucht andere Maßstäbe zu setzen. Er hatte es schwer, sich von der Berühmtheit des Vaters nicht beeindrucken zu lassen und zu seiner eigenen Bildwelt zu gelangen. Hatte der Vater noch kroatische Kühe unter dem Eiffelturm grasen lassen, stellte der Sohn nun die Beatles und Sofia Lorèn mitten in die Podravina-Wiesen.